Offener Brief an den Magistrat der Stadt Darmstadt                                 November 2019

Oberbürgermeister Jochen Partsch 

 

Seit 16 Jahren habe ich ein Schmuckgeschäft in Darmstadt / Bessungen.

Lief mein Geschäft in der Anfangszeit ganz gut so ist mein Umsatz die letzten

Jahre stetig rückläufig. Diese Spirale dreht sich nun immer schneller und

der tägliche Kampf um Kunden wird immer anstrengender.

 

Verantwortlich dafür mache ich, zum größten Teil, die Klientelpolitik die Sie hier in Darmstadt

betreiben. Wie im Darmstädter Echo zu lesen war, wollen Sie in Bessungen weitere 95 Parkplätze wegfallen lassen und den Rest als Anwohnerparkzone gegen eine ordentliche Gebühr ausweisen. Alternativen werden, wie immer, KEINE geboten. 

Der ÖPNV ist weiterhin sehr teuer (gerade für kurze Strecken) und Fahrrad fahren wird, 

dank Ihrer völlig undurchdachten Verkehrsplanung, immer gefährlicher.

Da helfen auch keine Grün und Rot angepinselten Straßen.

 

Meine Kundschaft kommt nicht nur aus Bessungen sondern es sind viele Pendler darunter, 

die auf Grund der immer verschärfteren Parksituation (und der Dauerbaustellen)

schon jetzt immer seltener kommen. 

In Zukunft werden dann noch weniger kommen und das wird über kurz oder 

lang mir und dem Einzelhandel in Bessungen das Genick brechen.

 

Natürlich wurde der Parkdruck“ in Bessungen immer größer, weil SIE

in den umliegenden Vierteln schon ordentlich „Bewirtschaften“ und auch in Bessungen

schon lange daran arbeiten Parkraum zu verknappen bzw. durch kostenpflichtiges

Parken (Orangerie) zu vernichten. Bezahlen dürfen es die Anwohner

die hier ihr Auto haben und nun 120€ bezahlen müssen (natürlich ohne Parkplatzgarantie).

Es wird (wie immer) die Leute treffen die hier zur Miete wohnen, vielleicht gerade so mit ihrem

Geld rum kommen (die Mieten in Bessungen sind nämlich ordentlich, nur mal so zur Info, da dies anscheinend in ihrem „Wolkenkuckucksheim“ noch nicht angekommen ist)

Sie fördern hier eine Zweiklassengesellschaft und das unter einem „grünen Mäntelchen“.

Man muß kein Hellseher sein: In den umliegenden Stadtteilen wird der „Parkdruck“ 

steigen und Sie können dann dort weiter „bewirtschaften“.

Ich hoffe Sie demontieren sich und ihre Glaubwürdigkeit damit selbst.

 

Wenn der letzte Einzelhandel schließt, die Innenstadt und die Stadtteile veröden, wird das Bedauern erst Mal groß sein aber es gibt ja zum Glück Amazon und Co.

 

Diesen Brief veröffentliche ich außerdem auf meiner Instagram Seite, Website und hänge ihn in

meinem Geschäft aus in der Hoffnung zu informieren und einen Beitrag zu leisten um

dieses systematische Zerstören der Infrastruktur durch Vernichten von Existenzen

zu stoppen, indem wir diskutieren, uns vielleicht zu organisieren und (so hoffe ich) notwendige

Konsequenzen für die nächste OB Wahl daraus zu ziehen. 

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